140810

Einfach mitsegeln!
... das Wichtigste, fuer Neue ...
________________________________

 

I. Wie heisst was? Einfach mitreden!

Die Begriffe auf diesem Bild sind grundlegend und werden immer wieder benoetigt, daher am besten die Skizze separat drucken. Dazu auf das Bild klicken!


II. Was geht? Die Kurse zum Wind

Die Skizze wirkt kompliziert?
Nur auf den ersten Blick vielleicht.
Die Hauptbotschaften sind einfach zusammengefasst:

1. Direkt gegen den Wind ist schlecht segeln! "NO GO"

2.Verändert man die Richtung einer Yacht mit dem Bug nach LUV (d.h. zum Wind), so nennt man das Anluven. Steuert man mit dem Bug vom Wind weg, so nennt man das Abfallen.

3. Abfallen, d.h. mit der Nase des Bootes vom Wind weg drehen, kann Gefahr bedeuten. Die Konsequenz? Sollte man mal unsicher sein und der Skipper nicht griffbereit, lieber in den Wind steuern als vom Wind weg. Wie das genau geht, wird weiter unten erklärt!

4. Wer genau hinschaut: Jeder Kurs zum Wind hat seine eigene Segelstellung.

 

Seglerlatein ;-) Die Kurse einer Segelyacht

Diese Skizze sollte auch immer bei Erklaerungen des Skippers neben einem liegen. Sie werden sehen, das schnelle Nachschlagen lohnt sich!

III. Einfach Vertrauen!

  Stressvermeidung ist soooo einfach, wenn man z.B. schon im Vorfeld weiss, dass eine moderne Segelyacht sich bei Wind quasi schraeg legen muss OHNE dabei zu kippen. Sowohl Schraege als auch das Aufrichten sind ein physikalisches Gesetz. Nicht mehr und nicht weniger.

Das Gesetz geht zum Glueck noch weiter. Je schraeger die Segelyacht liegt, desto groesser das "aufrichtende Moment" des Balastkiel, d.h. dem Punkt an dem der Pfeil oben auf dem Bild ansetzt. Gleichzeitig legt sich auch das Segel schraeg, wodurch die Angriffsflaeche fuer den Wind geringer wird. Zusaetzlichen Einfluss kann die Crew selbst nehmen, indem die Grossschot (siehe Bild oben), mit der das Segel "bedient" wird einfach freigegeben (gefiert) wird. Wie das genau geht, wird der Skipper vor Ort erklaeren. Fuer uns ist es erst mal wichtig zu wissen, dass Schraege bei einer Segelyacht normal ist und wir zudem etwas dagegen tun koennen. Die Schraege nennt sich uebrigens kraengen und hat nichts mit dem Gesundheitszustand der Yacht zu tun, heisst daher NICHT kraenken. Es wird definitiv weder mit "G" geschrieben noch gesprochen.
Es sei noch erwaehnt dass ein Katamaran sich im Normalfall dem Wind nicht "beugt", da er formstabil auf dem Wasser liegt. Er bleibt also durch seine Form in der Waagerechten.
Das macht den Katamaran aber sicher nicht per se zur "besseren" Einsteigeryacht, da es -je nach Segelgebiet- auch extreme Nachteile bis hin zur Moeglichkeit des kenterns gibt, was mit einer modernen Segelyacht mit nur einem Rumpf quasi unmoeglich ist (siehe Skizze aufrichtendes Moment). Lassen Sie sich im Einzelfall von uns beraten.

 

IV. Wie gehts? Das erste mal selbst am Ruder!

1. Steuern nach Landmarke

Wer die ersten Begriffe gelernt hat und verstanden hat "was geht" darf bereits jetzt -zunaechst unter Skippers "Beobachtung"- "seine" Yacht unter vollen Segeln durch die Wellen des Meeres steuern. Am besten geht das am Anfang mit einer Landmarke, auf die man das Schiff "zusteuert". Das Windrad auf dem Bild rechts ist eine besonders anschauliche Landmarke da es sich bewegt, ohne dabei wegzulaufen. Alternativ finden sich Haeuser, Einschnitte zwischen Bergen, Berspitzen oder bestenfalls Palmen, was dann aber oft mit Riffen korrespondiert.

Was sich nicht als Landmarke eignet, sind z.B. andere Schiffe, wir wollen ja einen steten Kurs halten und nicht wie ein Betrunkener wilde Bahnen beschreiben. Auch wenn der Weg das Ziel ist beim Segeln, so haben wir im Normalfall ein Ziel in Form eines Hafens oder einer wundervollen Ankerbucht mit weissem Sandstrand!

Mit dem Bugkorb zielt man beim Kurshalten auf die Landmarke! Einer Abweichung wird einfach durch Gegenlenken entgegengewirkt. Merke: Je eher und sensibler man reagiert, umso weniger muss man am Ruder zerren. KONZENTRATION, STABILISATION, SATISFAKTION. ;-) Der Skipper oder derjenige, der zuvor am Ruder gestanden hat, sollte beim Rudergaengerwechsel immer dem neuen Rudergaenger zur Seite stehen bis sicher ist dass der Kurs intuitiv gehalten wird! Ein erfahrener Skipper laesst sich viel Zeit, bevor er auf den Rudergaenger vertraut. Insbesondere Raumschotkurse -siehe Bild oben- koennen schnell kritisch werden. Ein Fehler des Rudergaengers ist dann tunlichst zu vermeiden. Fragen Sie als Einsteiger nach einem Kurs "Hoch am Wind" mit Landmarke, es wird ein tolles Gefuehl sein, auf diesem meist unkritischem Kurs die Segelyacht erstmals durch die Wellen zu steuern! Fragen Sie dieses nicht gerade bei Sturm oder wenn ein Skipper zur Eile mahnt. Manchmal ist es ein aufziehende Sturm, oder die drohende Dunkelheit die eine schnelle Fahrt notwendig macht, Zeit für die alten Hasen am Ruder, die keinen Millimeter verschenken. Wann ein Skipper welchen Rudergaenger einsaetzt, kann auch eine Erwaegung aus Sicherheitsaspekten sein und wird immer vom Skipper entschieden. Nutzen Sie -bei Flaute- auch die Gelegenheit Motorboot zu fahren, gerade so lernt man als Einsteiger stressfrei Gefuehl fuer die Yacht zu bekommen. Ach ja, der Rudergaenger bekommt vor allen anderen Getraenke, Snacks etc. gereicht, da er sich ja selbst nichts holen kann schliesslich lenkt er die Geschicke der Crew.

2. Steuern nach dem Wind

 

Schritt zwei, ist das Steuern nach dem Wind. Stellen Sie sich dazu vor, Ihre Nase sei der Bugkorb Ihres Schiffes! Im Wind -siehe oben auf der Windskizze unter "NoGo"- spueren Sie den Wind auf beiden Wangen & Ohren gleichmaessig. Der Bugkorb der Yacht zeigt jetzt direkt in den Wind, die Segelyacht bleibt stehen, was wir allerdings im Normalfall nicht wollen ...

Am Wind ist nur eine Gesichtseite dem Wind direkt zugewandt, ueber die Sie den Wind spueren! Sie werden sehen, es ist toll! Denken Sie wieder daran: Die eigene Nase steht dabei quasi fuer die Nase (Bug genannt) des Bootes! Kann man daher auch im heimischen Garten ueben, indem man den Winkel der Nase zum Wind veraendert. Die Nachbarn werden staunen wenn Sie erklaeren dass Sie "segeln ueben" und man wird Sie vermutlich in Zukunft haeufig freundlich anlaecheln, so dies nicht schon voher der Fall war.
An Bord dann sollte die eigene Nase in Richtung Bug (Bugkorb) zeigen, wenn Sie spueren wollen, wie der Wind das Boot "trifft". Spueren wir den Wind auf nur einer Gesichtshaelfte, nimmt das Boot Fahrt auf.
In der Spitze des Mast (Masttop genannt) befindet sich auch eine mechanische Anzeige (gleich einem Wetterhahn auf der Kirchturmspitze), die ebenfalls die Windrichtung anzeigt. Gleichwohl die eigene Nase viel praktischer ist, muss man schliesslich nicht nach oben schauen und kann sich auf den Kurs konzentrieren. Oft gibt es auch noch als dritte Moeglichkeit eine schlaue Instrumentenanzeige, die sogar den sogenannten "wahren Wind" errechnen kann, wobei die erfahrene Nase auch hierbei genauer und schneller ist und intuitiv den richtigen Kurs zum Wind finden laesst ... so Sie fleissig im Garten geuebt haben ,den Wind zu spueren.
Der Vollstaendigkeithalber sei noch erwaehnt, dass Ihnen auch die Segel etwas ueber den Wind erzaehlen. Seien Sie gespannt! Wie das genau funktioniert, erklaert der Skipper direkt in der Situaton am Segel. Das hier Gelernte wird dabei sehr nuetzlich sein!

Was nicht sofort geht! Zumindest erst mal nicht unter Segeln ...

2. Steuern nach KOMPASS(kurs)

Sie sollten die ersten Kurse nach Landmarken steuern, spaeter nach Wind, Gefuehl und Wellen! Erst wenn das SITZT, anfangen den Kompass zu benutzen, um Ihren Kurs zu pruefen und spaeter einzustellen. Unzaehlige Einsteiger wurden sofort abgeschreckt weil Sie unter Segeln sofort einen Kompasskurs steuern sollten und das dann moeglichst noch Raumschots (Raumschotkurs siehe Kursskizze). Ich halte es persoenlich fuer einen "Fauxpas" daes Skippers mit dem Kompass anzufangen. Wobei es beim Segeln nie eine "Weisheit" gibt, aber nachweislich viele zerfetzte Segel, weil der Rudergaenger nicht souveraen mit dem Kompass umgehen konnte und sich einfach "verdreht" hat.

Merke: Der Kompass ist in erster Linie ein Navigationsinstrument und wird nicht permanent angestarrt, es sei denn es ist ein verwunschner Piratenkompass den wir aber normalfall nicht an Bord haben.

Selbst sehr erfahrene Segler "fahren dem Wind hinterher". Der passende Spruch dazu: "Don´t fight the Wind, adjust your sails!" Klingt nicht nur toll, sondern zeigt das beim Segeln nur einer den Ton angibt, der Wind. ... Manchmal auch die Welle ...

Sauber aufgebaut, bleiben Segel heil, Mitsegler gluecklich und die Abenteuer im Normalfall nur die neuen Inseln, die man ansteuert.

Die zwei wichtigsten Kurse.

Wer jetzt vom Wind und den Kursen fasziniert ist, kann hier noch schnell die beiden wichtigsten Segelmanoever "mitnehmen". Wer mit Muehe bei der Sache war und meint, all das Rudergehen und Kurshalten muesse sich setzen, sollte jetzt zu den Knoten weiter unten uebergehen, um sich mit etwas Handfestem Abwechslung zu goennen. Wer die absoluten Basics braucht: unten steht auch noch einiges zur Benutzung der Bordtoilette und der (auch damit) korrespondierenden Seeventilen. Ein spannendes Thema, wenn auch nicht halb so pathetisch wie den Wind zu spueren 8-)

Bei Wende und Halse verliert ein ungeuebter Segler schnell mal die uebersicht und "lenkt" weiter als es sein muss. Vor der Wende und Halse sollte man sich also ueberlegen, welcher Wendewinkel moeglich ist. Siehe auch die Windskizze oben und dort den Bereich "NO GO". Wenn man eine Landmarke errechnet, die (siehe Zeichnung zum Thema) bei einer Wende in 90 Grad liegt, kann man sich schon mal nicht zu sehr versteuern oder gar einen Vollkreis fahren.

 

 

 

V. Die wichtigsten drei Knoten!

Zum ueben brauchen Sie ein bis zwei ca. 1 cm dicke und ca. 60 cm lange Leinen (nautisch Tampen genannt). Wenn Sie es nicht abwarten koennen zu ueben, reicht auch ein Schnuersenkel oder Aehnliches wobei ca. 1 cm Dicke ideal waere, so sieht man was da macht.

1. Der Palstek

Besondere Eigenschaften. Anders als der klassische Henkersknoten (der selten von aber -um 1700 n.Chr- oft fuer Nautiker Verwendung fand) zieht sich der Palstek nicht zu, d.h. die Bucht wird unter Last nicht kleiner!

 

Der Allrounder unter den Knoten ist fuer nahezu jeden Zweck zu gebrauchen! Er sollte daher der erste Knoten sein, den man lernt.
Der Palstek ist im Grunde genommen eine feste Bucht, die sich z.b. ueber den Daumen werfen laesst. An Bord, aber auch ueber eine Klampe oder ueber einen Poller. Geschickt eingesetzt, laesst sich der Palstek aber auch durch einen Ring stecken oder durch den Henkel eines Kochtopfes. Wie das? Wird im zweiten Schritt vermittelt.

Das A & O ist die Vorbereitung. Das Ende eines Tampen (Leine) wird zunaechst so wie auf dem Bild gelegt! Die untere Bucht muss dabei moelichst grooooooss sein, da mit dieser Bucht gearbeitet wird (siehe länge der schwarzen Zuglinien)! Die oebere Bucht, durch die auf der Skizze zweimal die schwarze Zuglinie geht sollte eher klein sein! Wichtig -immer wieder gerne falsch gemacht und dann kann es nicht gehen!- bei der kleineren Bucht (oben) muss der nicht genutzte Teil der Leine HINTEN liegen. Die genutzte Seite der Leine wird von unten durch die kleine Bucht gezogen, um die HINTEN liegende Leine gewunden, um dann VON OBEN wieder in der Bucht zu verschwinden.
Wer meint, er kann es, jetzt das ganze hinter dem Ruecken, Ihr Skipper wird staunen!!!

Fuer Phantasiebegabte gibt es dazu auch eine kleine Merkgeschichte, die hier in Kuerze folgen wird.

Wer den Knoten jetzt hinter dem Ruecken hinbekommt, der darf erstmals -bevor er mit dem Ende des Tampen duch die kleine Bucht geht- zunaechst duch den Henkel seiner Kaffeetasse gehen und dann den Knoten weiter stecken. Toll? Nicht wahr!
Wenn alles gut geht haengt die Tasse jetzt an der Leine, ansonsten hat der Knoten nicht funktioniert, schlimmstenfalls war noch Kaffee in der Tasse. Im Bordalltag kann mit mit dem Palstek so an einem Ring festmachen.

Webeleinstek.

Der Webeleinstek ist der Klassiker fuer Mitsegler schlechthin. Mit ihm werden z.B. Fender an der Seereling befestigt. Schon wieder ein neues Word. Fender ;-) Der Fender ist ein augeblasener Gummepuffer der den Schiffsrumpf z.B. beim Anlegen im Hafen schuetzt. Es wird z.B. zwischen Schiff und Kajmauer gehalten wenn wir an Land gehen wollen. Damit wir den Fender nicht tatsaechlich die ganze Zeit halten muessen wir er an die Seereling gebunden. Hier kommt jetzt unser Knoten ist Spiel.

   
 

Dabei wuerde der Fender jetzt am linken Teil des Knoten haengen und die Stange auf der Skizze um die wir den Webelein schlingen waere dann der Draht der Seereling. Sobald die schwarze Zuglinie von unserem Tampen beendet wird ziehen wir sowohl an der Zugleine als auch an der Fenderseite um den Webelein zu fixieren, haelt.

 

 

 

 

 

 

 

Der Fender haengt jetztz Aussenbords und wir kontrollieren vor dem Anlegen noch mal ob die Hoehe richtig ist. Ist der Fender zu tief ziehen wir an der Zuglinienseite und heben den Fender gleichzeitig etwas an. Haengt der Fender zu hoch geben wir -diesemal in entgegen gesetzte Richtung der Zuglinie- etwas Leine frei. Haben wir nicht genug Leine zum freigeben so koennen wir ausnahmsweise auf den unteren Seerelingdraht gehen.

   

   


Bis Sie Tampen (Leinen) gefunden haben die ausreichend dick zum Ueben sind und Ihre ersten Versuche gestartet haben, gibt es hier auch weiterenText zu den Knoten ;-)

Technik und Toilette

VI. Das Seeventil

   
Ein Seeventil (rechts) befindet sich ueberall dort im Rumpf einer Yacht wo ein geregelter "Fluessigkeitsaustausch" mit dem Meer stattfinden soll. Im Grunde dichtet es ein Loch im Rumpf ab, das unabgedichtet zu einem ungeregelten, einseitigen Fluessigkeitsaustausch fuehren wuerde. Das sogenannte "Sinken!". Springt ein Schlauch (auf dem Bild parallel zum Hebel in der "ZU Funktion") ab, waehrend das Ventil geoeffnet ist (AUF) hat dies den gleichen Effekt: Das Boot laeuft voll, wir saufen ab. Daher sollten Seeventile -so sie nicht benoetigt werden- geschlossen sein! (ZU)  


Verfolgt man den Schlauch (links) um die Ecke herum bis in die Tiefen des Bilde,s so muendet das Ventil ins offene Meer.

Ein Ventil ist immer dann geschlossen, wenn der Hebel parallel zur Bordwand verlaeuft. Zeigt der Hebel nach Innen ins Schiff ist das Ventil geoeffnet. Der Hebel zeigt also quasi die Flussrichtung des Wassers an, d.h. ins Schiff!

Der Skipper wird -im Normalfall- jedem Mitsegler die Position der einzelnen Ventile zeigen und erklaeren wann welches Ventil zu schliessen ist. Sind genuegend Segler an Bord, koennen die Aufgaben verteilt werden. Das Ventil fuer den Motor sollte nicht durch Mitsegler bedient werden, es sei denn der Schlauch ist akut abgesprungen!

   

VII. Der Skipper, das unbekannte Wesen.

Sie haben bisher schon sooo viel gelernt das sich jeder Skipper gluecklich schaetzen kann. Daher ist es jetzt nach der vielen Technik an der Zeit, auch etwas ueber die unterschiedlichsten Skipper zu erfahren. Natuerlich auch wieder verpackt in viel Nautik ;-)

Nicht immer hat man Gelegenheit, "seinen Skipper" schon vor dem Segeltoern kennenzulernen. Wie im wirklichem Leben gibt es alle erdenklichen Spielarten menschlichen Seins auch unter Skippern.

Normalerweise ist diese Spezies recht kommunikativ und umgaenglich, wobei z.B. bei einigen Eignerskippern eine verstaerkte Sorge um Ihre Yacht in Kauf genommen werden muss, was ja in der Natur der Sache liegt. Am schoensten ist es natuerlich, auf Empfehlung zu seinem Skipper zu finden oder aus dem Freundeskreis auf See entfuehrt zu werden. Es gibt dazu natuerlich auch wieder einmal ein Sprichwort: "Sehr oft werden auf See aus Fremden Freunde, aber manchmal auch aus Freunden Fremde."

Hier wollen wir jetzt den Skipper erst mal funktional betrachten:

Es gibt Skipper, die vieles deliegieren, solche die vieles selber machen und wieder andere, die vieles vergessen und weder das eine noch das andere machen.
Ich spreche jetzt nicht ueber Skipper, die ich selber einsetzen wuerde, sondern allgemein versteht sich 8-) Aehnlichkeiten zu existierenden Skippern sind wie immer rein zufaellig und unbeabsichtigt, dennoch sei mir folgendes Beispiel verziehen. Ich hatte mal das "Vergnuegen" auf Ithakia vom Steg aus das Kommando ueber eine mir bis dato vollkommen unbekannte Segelyacht zu uebernehmen, auf der beim Anlegeversuch wirklich nichts stimmte. Spaetestens die Fender, die ueberhalb der Kaimauer hangen -und somit keine Funktion hatten,- haetten einen wirklich teuren Schaden bedeutet, wenn ich mich nicht gegen Wind und Skipper durchgesetzt haette. Der Skipper war -wohl wegen des vielen Windes- total paralysiert und gab das Kommando auch dankend ab, obgleich ich gar nicht auf der Yacht war, sondern nur am Steg stand. Der Anleger klappte und die Dankesspirituosen waren ausgesprochen lecker. Wie auch immer ... je nach Skippersorte hat man damit als Mitsegler unterschiedliche "Verantwortung", z.b. bei den Fendern. Je weniger Erfahrung ein Skipper hat desto mehr sollte man mitdenken, natuerlich ohne dabei klugzuschwaetzen. Im Zweifel hat der Skipper schon das profunde Wissen, kann aber auch mal etwas uebersehen. Welche Sorte Skipper man auch immer erwischt hat, es gibt Grundaufgaben, die immer in die eigene Mitseglersphaere gehoeren, selbst wenn der Skipper noch mal einen "Rundgang" vor dem Auslaufen macht.

Nichts, aber auch rein gar nichts von den eigenen Sachen gehoert auf den Navigationstisch oder in den Salon. Besonders der Navitisch ist einzig der Bereich des Skippers, soweit nicht jemand anderes navigieren kann. Selbst wenn der Navigationstisch unstrukturiert wirkt, gibt es Skipper die dieses Chaos solange ueberblicken, bis nicht noch 8 weitere Sonnenbrillen oder Handys dort abgelegt werden. Auch hier sind Aehnlichkeiten zu existierenden Skippern rein zufaellig ...

VIII. Vor dem An- und Ablegen

Vor dem Auslaufen werden zunaechst die Luken (Fenster) in der eigenen Kabine geschlossen. Merke: Auch durch eine kleine Luke passt unter Druck eine grosse Welle und alles kann schlagartig patschnass werden. Schlimmer noch kann eine abgerissene Luke bei schwerem Wetter zum Sinken einer Yacht fuehren!
Alles wird so in der Kabine verstaut dass es nicht durch die Gegend fliegen kann. Die wichtigsten Sachen fuer den Tag legt man griffbereit in die eigene Kabine. Lifebelt und Rettungsweste -deren Handhabung der Skipper VOR dem Auslaufen in einer Sicherheitseinweisung erklaert hat- liegen immer fuer jeden griffbereit in der eigenen Kabine und zwar so, dass auch ein Mitsegler sie finden kann, falls man selbst eventuell seekrank ist. Das gleiche gilt fuer eine Regenjacke, falls das Wetter mal umschlaegt. Keinesfalls werden ungenutzte Lifebelts und Rettungswesten die -da einstellbar- auf den Umfang des Traegers angepasst werden einfach an Deck verstreut. Das fuehrt in einer Notsituation dazu das der Duenne den Lifebelt des Dicken erwischt und umgekehrt. Vor dem geistigen Auge mag das witzig erscheinen, je nach Situation ist es aber gefährlich, denn das erneute Einstellen dauert in einer Notsituation zu lang!

Hafenmanoever und deren Vorbereitung

Auch wenn die Hafenmanoever und deren Vorbereitung perfekt anlaufen, je nach Situation koennen Hafenmannoever selbst fuer sehr erfahrene Skipper sehr heikel sein. Jeder Hafen ist anders, der Wind kann aus 360 verschiedenen "Richtungen" kommen, wobei eine minmale Winddrehung auf die andere Bugseite ein Mannoever kostenintensiv versauen kann. Anders als mit einem Auto oder LKW kann man mit einer Yacht nicht einfach mal eben stehen bleiben, weil im Normalfall Wind oder sogar Stroemung auf ein Boot einwirken und man mit relativ weichem Kunsstoff auf harten Beton treibt. Schnell hat man seine eigene Yacht oder sogar andere Boote beschaedigt, wenn etwas schief geht. Zwei fuer den Laien identische Manoever koennen dabei fuer den Skipper eine Bandbreite zwischen Himmel und Hoelle ausmachen, ja nachdem woher Wind kommt. Langer Rede kurzer Sinn; bei den Mannoevern -vor allem beim Anlegen- ist Funkstille. Der Skipper redet und die Crew hat -so hart das klingt- zu schweigen. Nach dem Mannoever ist dann Zeit moegliche Fragen der Crew zu beantworten.

IX. Benimm!

Es gibt jene -und sind wir das nicht fast alle- die, wenn sie am anderen Morgen einen Termin haben, penibelst darauf achten, dass sie ausreichend Schlaf finden, aber im Hafen oder der Bucht lautstarkt feiern, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Etappe die Nachbaryacht am naechsten Tag vor der Brust hat. Es gibt dabei sicher die ueberempfindliche Nachbarcrew, die bei leiser Gitarrenmusik um 22 Uhr den Aufstand probt, aber eben auch die Crew die morgens um 4 Uhr noch "feiert" und dabei kreischt wie eine Pavianherde am Wasserloch kurz bevor die Löwen kommen. Die Wahrheit liegt -wie oft- irgendwo dazwischen. Wie im wirklichen Leben: "Bedenke bei dem was Du machst und sprichst, dass Du eines Anderen Anderer bist!"

3. Nautiker helfen einander.

Nautiker helfen und beachten einander. Eine helfende Hand z.b. beim Ablegen versteht sich von selbst.

 

Auch nicht schlecht zu wissen:

Es gibt Sonnencreme mit Quallenschutz. Wobei mich in meiner Seglerzeit noch nie eine Qualle erwischt hat, aber gut zu wissen dass es sowas gibt.

Folgendes sagt man, ohne dass ich die medizinische Gewaehr dafuer uebernehmen will ;-)

Sollte man beim Schwimmen von einer Qualle erwischt worden sein, die Haut nicht direkt mit den Finger beruehren. Salzwasser oder Essig zum Abwaschen nutzen. Quallenreste mit z.b. dem Personalausweis abschaben. Kuehlung tut gut, kortisonhaltige Cremes (siehe Packliste) koennen aufgetragen werden, wenn die Wunde nicht zu gross ist.

Seeigelstacheln werden mit einer Pinzette herrausgezogen. Im mediteranem badet man die stellen danach in z.B. griechischem Olivenoel. Geht natuerlich vom Prinzip her nicht nur in Griechenland. Danach unbedingt desinfizieren.

Essen in den Tropen

Peal it, boil it or forgett it. Cholera Impfung nutzt auch gegen einige Bakterien. Wer sehr empfindlich ist sollte -kaum ein Skipper hat es dabei- ein Desinfektionsmittel fuer die Wassertanks mitnehmen -nicht nur in den Tropen. Wenn das alles nichts genutzt hat: Papaya gegen Durchfall. Zimt essen desinfiziert zusaetzlich.

Seit Jahren habe ich Kalzium gute erfahrungen gegen Sonnenallergien gemacht.

Wer bis hier hin gekommen ist den erwartet hier in Zukunft noch viel viel mehr. Das hier soll der Einstieg sein!

Der Spirit des Segelns.

Zum Abschluss noch etwas leichte Kost ;-)

Erklaerter Massen bin ich als Realist und Skeptiker im Normalfall nicht anfaellig fuer allzu Abstruses. Dennoch sollte nicht unerwaehnt bleiben dass es auch noch eine beseelt romantische Ader vieler Nautiker gibt. In Spruechen und kleinen Ticks manifestiert sich der Respekt vor der See und eine gewisse Phantasie die es aber irgendwie zu Tradition geschaft hat. Da niemand dadurch schaden und Traditionen manchem einfach dazu gehoeren folgende kleinen Besonderheit die man aber nicht mit Bierernst betrachten sollte:

1. An Bord pfeift nur der Wind

Sei es aus blossem Respekt vor der Natuergewalt der See oder dem Gedanken ein Gefahrenzeichen nicht zu Missbrauchen, pfeifen an Bord geht gar nicht. Abgesehen davon dass die meisten Menschen derart schraeg pfeiffen dass es nur als Geraeuschemmission gewertet werden kann stelle man sich eine Segelyacht mit 8 schraeg pfeifenden Crewmitgliedern vor. Die Enge einer Segelyacht laesst es -selbst fuer Geuebte Schwimmer- im Normalfall nicht zu einfach auszuweichen. ;-)
Es gibt keine Schiffskatastrophenfiln indem nicht kurz vor hereinbrechen eines Unheiles nicht ein Seemann pfeifend ueber das Deck schlaendert. Mindestens geht danach -in solchen Filmen- jemand ueber Bord wobei das nicht denknotwendig derjenige ist der zuvor gepfiffen hat.
Im Normalfall bricht aber vom pfeiffen angelockt ein Sturm herein der das Ganze Schiff in die Tiefe zieht.
Daher pfeift en Bord nur der Wind in den Wanten (siehe bild 1) oder der Bootsman mit der -eigens dafuer vorgesehenen- Bootsmannspfeife.

2. Der erste Schluck geht an Rasmus.

... womit nicht der morgentliche Kaffee gemeint ist, sondern der erste Schluck "geistiger Getraenke". Man verzeihe es also dem Skipper wenn er einen kleinen Schluck Bier ins Wasser kippt es gilt dabei bei Rasmus fuer gute Winde zu werben.
Einen Skipper der nichts abgibt wuerde ich persoenlich mit Argwohn betrachten. Nicht jeder Schluck alkohol an Bord muss auch getrunken sein Skipper und Crew sollten immer einsatzbereit sein wenn die Segelyacht nicht im sicheren Hafen liegt oder einem "Hurican Hole".

3. Der Klabautermann

Last not least waere da noch der sagenumwogene Klabautermann, der alles an Bord mitbekommt, dabei nicht petzt, aber auch leicht zu veraergern ist. Kratzen am Mast und alleine das Nennen des Namens reichen um einen Sturm heraufzubeschwoeren.



Sie wollen Autofahren lernen und bekommen die Konstruktionsplaene eines Formeleins Rennwagen als Lehrmaterial. In etwa so muss man sich fuehlen, wenn man als Segeleinsteiger ein Buch fuer seinen ersten Segelurlaub sucht.

"Aber ich will doch einfach nur mitsegeln und suche die Basics!", moegen Sie sich wuenschen. Was Sie oft bekommen, ist Jollensegeln fuer Einsteiger, Anlegemanoever fuer Skipper, Ausruestungshinweise fuer Groenlandsegler und auf Seite 167 dann das erste mal etwas Nuetzliches fuer Segeleinsteiger. Wenn Sie ueberhaupt bis zu dieser Seite kommen, ohne zu resignieren.

Hier soll Ihnen nur das Wesentliche nahegelegt werden, um sich vor Beginn eines entspannten Karibik- oder Mittelmeerurlaub mit dem Thema "mitsegeln" vertraut zu machen!

Die ersten Skizzen und auch Texte sind jetzt online, wobei versucht wurde selbsterklaerend zu skizzieren. Die Seite befindet sich im steten Aufbau, Fragen koennen Sie ueber das Formular unter http://www.mermaids.de stellen.

Womit dann auch gleich die erste Werbung zum Thema eingeflossen ist. ;-)
Jetzt aber viel Spass mit den Infos auf der linken Seite.

 


 


DAS
SEEMEILENBUCH
für Mitsegler

Das Seemeilenbuch ist ein Formularheft in das vom jeweiligen Skipper Seemeilen als Segelerfahrung des Mitseglers eingetragen werden. Ebenso kann der Skipper darin theoretisch auch seine eigenen Toerns dokumentieren und diese von den Mitseglern unterschreiben lassen. Das Seemeilenbuch ist die alternative zum Zettelwirrwarr.
Dokumentiere Deine Segelerfahrung, es hilft beim chartern und auch wenn mal etwas passieren sollte um die eigene Erfahrung nachzuweisen.
(in Griechenland ist es z.B. Vorschrift dass ein zweiter Segler neben dem Skipper Segelerfahrung nachweisen kann)
Zudem braucht man nachgewiesene Seemeilen fuer die wichtigsten Segelscheine SKS SSS. Ein Seemeilennachweis sollt eam besten schon ab dem ersten Törn geführt werden.

Auch ein ideales Geschenk fuer Segler! Die Crew wird sich jedenfalls freuen.

Hier können die gängigsten Seemeilenbücher online bestellt werden:

Seemeilenbuch

Seemeilenbuch




 


 

mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln




mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

 


mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

mitsegeln

 

 

 

 

 

Sie wollen Buecher? auch gut:

 

Die Kultliteratur für Segler ist und bleib Barawitzka:

Oft kopiert und nie erreicht:

 

 

 

 

IMPRESSUM