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Mit dem Bugkorb zielt
man beim Kurshalten auf die Landmarke! Einer Abweichung wird einfach
durch Gegenlenken entgegengewirkt. Merke: Je eher und sensibler
man reagiert, umso weniger muss man am Ruder zerren. KONZENTRATION,
STABILISATION, SATISFAKTION. ;-) Der Skipper oder derjenige, der
zuvor am Ruder gestanden hat, sollte beim Rudergaengerwechsel
immer dem neuen Rudergaenger zur Seite stehen bis sicher ist dass
der Kurs intuitiv gehalten wird! Ein erfahrener Skipper laesst
sich viel Zeit, bevor er auf den Rudergaenger vertraut. Insbesondere
Raumschotkurse -siehe Bild oben- koennen schnell kritisch werden.
Ein Fehler des Rudergaengers ist dann tunlichst zu vermeiden.
Fragen Sie als Einsteiger nach einem Kurs "Hoch am Wind"
mit Landmarke, es wird ein tolles Gefuehl sein, auf diesem meist
unkritischem Kurs die Segelyacht erstmals durch die Wellen zu
steuern! Fragen Sie dieses nicht gerade bei Sturm oder wenn ein
Skipper zur Eile mahnt. Manchmal ist es ein aufziehende Sturm,
oder die drohende Dunkelheit die eine schnelle Fahrt notwendig
macht, Zeit für die alten Hasen am Ruder, die keinen Millimeter
verschenken. Wann ein Skipper welchen Rudergaenger einsaetzt,
kann auch eine Erwaegung aus Sicherheitsaspekten sein und wird
immer vom Skipper entschieden. Nutzen Sie -bei Flaute- auch die
Gelegenheit Motorboot zu fahren, gerade so lernt man als Einsteiger
stressfrei Gefuehl fuer die Yacht zu bekommen. Ach ja, der Rudergaenger
bekommt vor allen anderen Getraenke, Snacks etc. gereicht, da
er sich ja selbst nichts holen kann schliesslich lenkt er die
Geschicke der Crew.
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2.
Steuern nach dem Wind

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Schritt zwei,
ist das Steuern nach dem Wind. Stellen Sie sich dazu vor,
Ihre Nase sei der Bugkorb Ihres Schiffes! Im Wind -siehe
oben auf der Windskizze unter "NoGo"- spueren
Sie den Wind auf beiden Wangen & Ohren gleichmaessig.
Der Bugkorb der Yacht zeigt jetzt direkt in den Wind, die
Segelyacht bleibt stehen, was wir allerdings im Normalfall
nicht wollen ...
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Am Wind ist nur eine
Gesichtseite dem Wind direkt zugewandt, ueber die Sie den Wind
spueren! Sie werden sehen, es ist toll! Denken Sie wieder daran:
Die eigene Nase steht dabei quasi fuer die Nase (Bug genannt)
des Bootes! Kann man daher auch im heimischen Garten ueben, indem
man den Winkel der Nase zum Wind veraendert. Die Nachbarn werden
staunen wenn Sie erklaeren dass Sie "segeln ueben" und
man wird Sie vermutlich in Zukunft haeufig freundlich anlaecheln,
so dies nicht schon voher der Fall war.
An Bord dann sollte die eigene Nase in Richtung Bug (Bugkorb)
zeigen, wenn Sie spueren wollen, wie der Wind das Boot "trifft".
Spueren wir den Wind auf nur einer Gesichtshaelfte, nimmt das
Boot Fahrt auf.
In der Spitze des Mast (Masttop genannt) befindet sich auch eine
mechanische Anzeige (gleich einem Wetterhahn auf der Kirchturmspitze),
die ebenfalls die Windrichtung anzeigt. Gleichwohl die eigene
Nase viel praktischer ist, muss man schliesslich nicht nach oben
schauen und kann sich auf den Kurs konzentrieren. Oft gibt es
auch noch als dritte Moeglichkeit eine schlaue Instrumentenanzeige,
die sogar den sogenannten "wahren Wind" errechnen kann,
wobei die erfahrene Nase auch hierbei genauer und schneller ist
und intuitiv den richtigen Kurs zum Wind finden laesst ... so
Sie fleissig im Garten geuebt haben ,den Wind zu spueren.
Der Vollstaendigkeithalber sei noch erwaehnt, dass Ihnen auch
die Segel etwas ueber den Wind erzaehlen. Seien Sie gespannt!
Wie das genau funktioniert, erklaert der Skipper direkt in der
Situaton am Segel. Das hier Gelernte wird dabei sehr nuetzlich
sein!
Was nicht sofort geht!
Zumindest erst mal nicht unter Segeln ...
2.
Steuern nach KOMPASS(kurs)
Sie sollten die ersten Kurse nach Landmarken steuern, spaeter
nach Wind, Gefuehl und Wellen! Erst wenn das SITZT, anfangen den
Kompass zu benutzen, um Ihren Kurs zu pruefen und spaeter einzustellen.
Unzaehlige Einsteiger wurden sofort abgeschreckt weil Sie unter
Segeln sofort einen Kompasskurs steuern sollten und das dann moeglichst
noch Raumschots (Raumschotkurs siehe Kursskizze). Ich halte es
persoenlich fuer einen "Fauxpas" daes Skippers mit dem
Kompass anzufangen. Wobei es beim Segeln nie eine "Weisheit"
gibt, aber nachweislich viele zerfetzte Segel, weil der Rudergaenger
nicht souveraen mit dem Kompass umgehen konnte und sich einfach
"verdreht" hat.
Merke: Der Kompass
ist in erster Linie ein Navigationsinstrument und wird nicht permanent
angestarrt, es sei denn es ist ein verwunschner Piratenkompass
den wir aber normalfall nicht an Bord haben.
Selbst sehr erfahrene
Segler "fahren dem Wind hinterher". Der passende Spruch
dazu: "Don´t fight the Wind, adjust your sails!"
Klingt nicht nur toll, sondern zeigt das beim Segeln nur einer
den Ton angibt, der Wind. ... Manchmal auch die Welle ...
Sauber aufgebaut,
bleiben Segel heil, Mitsegler gluecklich und die Abenteuer im
Normalfall nur die neuen Inseln, die man ansteuert.
Die zwei wichtigsten
Kurse.
Wer jetzt vom Wind
und den Kursen fasziniert ist, kann hier noch schnell die beiden
wichtigsten Segelmanoever "mitnehmen". Wer mit Muehe
bei der Sache war und meint, all das Rudergehen und Kurshalten
muesse sich setzen, sollte jetzt zu den Knoten weiter unten uebergehen,
um sich mit etwas Handfestem Abwechslung zu goennen. Wer die absoluten
Basics braucht: unten steht auch noch einiges zur Benutzung der
Bordtoilette und der (auch damit) korrespondierenden Seeventilen.
Ein spannendes Thema, wenn auch nicht halb so pathetisch wie den
Wind zu spueren 8-)
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Bei
Wende und Halse verliert ein ungeuebter Segler schnell mal
die uebersicht und "lenkt" weiter als es sein muss.
Vor der Wende und Halse sollte man sich also ueberlegen, welcher
Wendewinkel moeglich ist. Siehe auch die Windskizze oben und
dort den Bereich "NO GO". Wenn man eine Landmarke
errechnet, die (siehe Zeichnung zum Thema) bei einer Wende
in 90 Grad liegt, kann man sich schon mal nicht zu sehr versteuern
oder gar einen Vollkreis fahren. |
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V.
Die wichtigsten drei Knoten!
Zum ueben brauchen
Sie ein bis zwei ca. 1 cm dicke und ca. 60 cm lange Leinen (nautisch
Tampen genannt). Wenn Sie es nicht abwarten koennen zu ueben,
reicht auch ein Schnuersenkel oder Aehnliches wobei ca. 1 cm Dicke
ideal waere, so sieht man was da macht.
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1. Der Palstek
Besondere Eigenschaften.
Anders als der klassische Henkersknoten (der selten von
aber -um 1700 n.Chr- oft fuer Nautiker Verwendung
fand) zieht sich der Palstek nicht zu, d.h. die Bucht wird
unter Last nicht kleiner!
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Der Allrounder
unter den Knoten ist fuer nahezu jeden Zweck zu gebrauchen!
Er sollte daher der erste Knoten sein, den man lernt.
Der Palstek ist im Grunde genommen eine feste Bucht,
die sich z.b. ueber den Daumen werfen laesst. An Bord,
aber auch ueber eine Klampe oder ueber einen Poller.
Geschickt eingesetzt, laesst sich der Palstek aber
auch durch einen Ring stecken oder durch den Henkel
eines Kochtopfes. Wie das? Wird im zweiten Schritt
vermittelt.
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Das A &
O ist die Vorbereitung. Das Ende eines Tampen (Leine) wird
zunaechst so wie auf dem Bild gelegt! Die untere Bucht muss
dabei moelichst grooooooss sein, da mit dieser Bucht gearbeitet
wird (siehe länge der schwarzen Zuglinien)! Die oebere
Bucht, durch die auf der Skizze zweimal die schwarze Zuglinie
geht sollte eher klein sein! Wichtig -immer wieder gerne
falsch gemacht und dann kann es nicht gehen!- bei der kleineren
Bucht (oben) muss der nicht genutzte Teil der Leine HINTEN
liegen. Die genutzte Seite der Leine wird von unten durch
die kleine Bucht gezogen, um die HINTEN liegende Leine gewunden,
um dann VON OBEN wieder in der Bucht zu verschwinden.
Wer meint, er kann es, jetzt das ganze hinter dem Ruecken,
Ihr Skipper wird staunen!!!
Fuer Phantasiebegabte
gibt es dazu auch eine kleine Merkgeschichte, die hier in
Kuerze folgen wird.
Wer den Knoten
jetzt hinter dem Ruecken hinbekommt, der darf erstmals -bevor
er mit dem Ende des Tampen duch die kleine Bucht geht- zunaechst
duch den Henkel seiner Kaffeetasse gehen und dann den Knoten
weiter stecken. Toll? Nicht wahr!
Wenn alles gut geht haengt die Tasse jetzt an der Leine,
ansonsten hat der Knoten nicht funktioniert, schlimmstenfalls
war noch Kaffee in der Tasse. Im Bordalltag kann mit mit
dem Palstek so an einem Ring festmachen.
Webeleinstek.
Der Webeleinstek
ist der Klassiker fuer Mitsegler schlechthin. Mit ihm werden
z.B. Fender an der Seereling befestigt. Schon wieder ein
neues Word. Fender ;-) Der Fender ist ein augeblasener Gummepuffer
der den Schiffsrumpf z.B. beim Anlegen im Hafen schuetzt.
Es wird z.B. zwischen Schiff und Kajmauer gehalten wenn
wir an Land gehen wollen. Damit wir den Fender nicht tatsaechlich
die ganze Zeit halten muessen wir er an die Seereling gebunden.
Hier kommt jetzt unser Knoten ist Spiel.
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Dabei
wuerde der Fender jetzt am linken Teil des Knoten
haengen und die Stange auf der Skizze um die wir
den Webelein schlingen waere dann der Draht der
Seereling. Sobald die schwarze Zuglinie von unserem
Tampen beendet wird ziehen wir sowohl an der Zugleine
als auch an der Fenderseite um den Webelein zu fixieren,
haelt.
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Der
Fender haengt jetztz Aussenbords und wir kontrollieren
vor dem Anlegen noch mal ob die Hoehe richtig ist. Ist
der Fender zu tief ziehen wir an der Zuglinienseite und
heben den Fender gleichzeitig etwas an. Haengt der Fender
zu hoch geben wir -diesemal in entgegen gesetzte Richtung
der Zuglinie- etwas Leine frei. Haben wir nicht genug
Leine zum freigeben so koennen wir ausnahmsweise auf den
unteren Seerelingdraht gehen.
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Bis Sie Tampen (Leinen) gefunden haben die ausreichend dick
zum Ueben sind und Ihre ersten Versuche gestartet haben,
gibt es hier auch weiterenText zu den Knoten ;-)
Technik und
Toilette
VI. Das Seeventil
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| Ein
Seeventil (rechts) befindet sich ueberall dort im
Rumpf einer Yacht wo ein geregelter "Fluessigkeitsaustausch"
mit dem Meer stattfinden soll. Im Grunde dichtet es
ein Loch im Rumpf ab, das unabgedichtet zu einem ungeregelten,
einseitigen Fluessigkeitsaustausch fuehren wuerde.
Das sogenannte "Sinken!". Springt ein Schlauch
(auf dem Bild parallel zum Hebel in der "ZU Funktion")
ab, waehrend das Ventil geoeffnet ist (AUF) hat dies
den gleichen Effekt: Das Boot laeuft voll, wir saufen
ab. Daher sollten Seeventile -so sie nicht benoetigt
werden- geschlossen sein! (ZU) |
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Verfolgt
man den Schlauch (links) um die Ecke herum bis in
die Tiefen des Bilde,s so muendet das Ventil ins
offene Meer.
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Ein Ventil
ist immer dann geschlossen, wenn der Hebel parallel
zur Bordwand verlaeuft. Zeigt der Hebel nach Innen ins
Schiff ist das Ventil geoeffnet. Der Hebel zeigt also
quasi die Flussrichtung des Wassers an, d.h. ins Schiff!
Der Skipper
wird -im Normalfall- jedem Mitsegler die Position der
einzelnen Ventile zeigen und erklaeren wann welches
Ventil zu schliessen ist. Sind genuegend Segler an Bord,
koennen die Aufgaben verteilt werden. Das Ventil fuer
den Motor sollte nicht durch Mitsegler bedient werden,
es sei denn der Schlauch ist akut abgesprungen!
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VII. Der Skipper,
das unbekannte Wesen.
Sie haben bisher schon
sooo viel gelernt das sich jeder Skipper gluecklich schaetzen
kann. Daher ist es jetzt nach der vielen Technik an der Zeit,
auch etwas ueber die unterschiedlichsten Skipper zu erfahren.
Natuerlich auch wieder verpackt in viel Nautik ;-)
Nicht immer hat man
Gelegenheit, "seinen Skipper" schon vor dem Segeltoern kennenzulernen.
Wie im wirklichem Leben gibt es alle erdenklichen Spielarten menschlichen
Seins auch unter Skippern.
Normalerweise ist
diese Spezies recht kommunikativ und umgaenglich, wobei z.B. bei
einigen Eignerskippern eine verstaerkte Sorge um Ihre Yacht in
Kauf genommen werden muss, was ja in der Natur der Sache liegt.
Am schoensten ist es natuerlich, auf Empfehlung zu seinem Skipper
zu finden oder aus dem Freundeskreis auf See entfuehrt zu werden.
Es gibt dazu natuerlich auch wieder einmal ein Sprichwort: "Sehr
oft werden auf See aus Fremden Freunde, aber manchmal auch aus
Freunden Fremde."
Hier wollen wir jetzt
den Skipper erst mal funktional betrachten:
Es gibt Skipper, die
vieles deliegieren, solche die vieles selber machen und wieder
andere, die vieles vergessen und weder das eine noch das andere
machen.
Ich spreche jetzt nicht ueber Skipper, die ich selber einsetzen
wuerde, sondern allgemein versteht sich 8-) Aehnlichkeiten zu
existierenden Skippern sind wie immer rein zufaellig und unbeabsichtigt,
dennoch sei mir folgendes Beispiel verziehen. Ich hatte mal das
"Vergnuegen" auf Ithakia vom Steg aus das Kommando ueber eine
mir bis dato vollkommen unbekannte Segelyacht zu uebernehmen,
auf der beim Anlegeversuch wirklich nichts stimmte. Spaetestens
die Fender, die ueberhalb der Kaimauer hangen -und somit keine
Funktion hatten,- haetten einen wirklich teuren Schaden bedeutet,
wenn ich mich nicht gegen Wind und Skipper durchgesetzt haette.
Der Skipper war -wohl wegen des vielen Windes- total paralysiert
und gab das Kommando auch dankend ab, obgleich ich gar nicht auf
der Yacht war, sondern nur am Steg stand. Der Anleger klappte
und die Dankesspirituosen waren ausgesprochen lecker. Wie auch
immer ... je nach Skippersorte hat man damit als Mitsegler unterschiedliche
"Verantwortung", z.b. bei den Fendern. Je weniger Erfahrung ein
Skipper hat desto mehr sollte man mitdenken, natuerlich ohne dabei
klugzuschwaetzen. Im Zweifel hat der Skipper schon das profunde
Wissen, kann aber auch mal etwas uebersehen. Welche Sorte Skipper
man auch immer erwischt hat, es gibt Grundaufgaben, die immer
in die eigene Mitseglersphaere gehoeren, selbst wenn der Skipper
noch mal einen "Rundgang" vor dem Auslaufen macht.
Nichts, aber auch rein gar nichts von den eigenen Sachen gehoert
auf den Navigationstisch oder in den Salon. Besonders der Navitisch
ist einzig der Bereich des Skippers, soweit nicht jemand anderes
navigieren kann. Selbst wenn der Navigationstisch unstrukturiert
wirkt, gibt es Skipper die dieses Chaos solange ueberblicken,
bis nicht noch 8 weitere Sonnenbrillen oder Handys dort abgelegt
werden. Auch hier sind Aehnlichkeiten zu existierenden Skippern
rein zufaellig ...
VIII. Vor dem An-
und Ablegen
Vor dem Auslaufen werden zunaechst die Luken (Fenster) in der
eigenen Kabine geschlossen. Merke: Auch durch eine kleine Luke
passt unter Druck eine grosse Welle und alles kann schlagartig
patschnass werden. Schlimmer noch kann eine abgerissene Luke bei
schwerem Wetter zum Sinken einer Yacht fuehren!
Alles wird so in der Kabine verstaut dass es nicht durch die Gegend
fliegen kann. Die wichtigsten Sachen fuer den Tag legt man griffbereit
in die eigene Kabine. Lifebelt und Rettungsweste -deren Handhabung
der Skipper VOR dem Auslaufen in einer Sicherheitseinweisung erklaert
hat- liegen immer fuer jeden griffbereit in der eigenen
Kabine und zwar so, dass auch ein Mitsegler sie finden kann, falls
man selbst eventuell seekrank ist. Das gleiche gilt fuer eine
Regenjacke, falls das Wetter mal umschlaegt. Keinesfalls werden
ungenutzte Lifebelts und Rettungswesten die -da einstellbar- auf
den Umfang des Traegers angepasst werden einfach an Deck verstreut.
Das fuehrt in einer Notsituation dazu das der Duenne den Lifebelt
des Dicken erwischt und umgekehrt. Vor dem geistigen Auge mag
das witzig erscheinen, je nach Situation ist es aber gefährlich,
denn das erneute Einstellen dauert in einer Notsituation zu lang!
Hafenmanoever und
deren Vorbereitung
Auch wenn die Hafenmanoever und deren Vorbereitung perfekt anlaufen,
je nach Situation koennen Hafenmannoever selbst fuer sehr erfahrene
Skipper sehr heikel sein. Jeder Hafen ist anders, der Wind kann
aus 360 verschiedenen "Richtungen" kommen, wobei eine minmale
Winddrehung auf die andere Bugseite ein Mannoever kostenintensiv
versauen kann. Anders als mit einem Auto oder LKW kann man mit
einer Yacht nicht einfach mal eben stehen bleiben, weil im Normalfall
Wind oder sogar Stroemung auf ein Boot einwirken und man mit relativ
weichem Kunsstoff auf harten Beton treibt. Schnell hat man seine
eigene Yacht oder sogar andere Boote beschaedigt, wenn etwas schief
geht. Zwei fuer den Laien identische Manoever koennen dabei fuer
den Skipper eine Bandbreite zwischen Himmel und Hoelle ausmachen,
ja nachdem woher Wind kommt. Langer Rede kurzer Sinn; bei den
Mannoevern -vor allem beim Anlegen- ist Funkstille. Der Skipper
redet und die Crew hat -so hart das klingt- zu schweigen. Nach
dem Mannoever ist dann Zeit moegliche Fragen der Crew zu beantworten.
IX. Benimm!
Es gibt jene -und
sind wir das nicht fast alle- die, wenn sie am anderen Morgen
einen Termin haben, penibelst darauf achten, dass sie ausreichend
Schlaf finden, aber im Hafen oder der Bucht lautstarkt feiern,
ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Etappe
die Nachbaryacht am naechsten Tag vor der Brust hat. Es gibt dabei
sicher die ueberempfindliche Nachbarcrew, die bei leiser Gitarrenmusik
um 22 Uhr den Aufstand probt, aber eben auch die Crew die morgens
um 4 Uhr noch "feiert" und dabei kreischt wie eine Pavianherde
am Wasserloch kurz bevor die Löwen kommen. Die Wahrheit liegt
-wie oft- irgendwo dazwischen. Wie im wirklichen Leben: "Bedenke
bei dem was Du machst und sprichst, dass Du eines Anderen Anderer
bist!"
3. Nautiker helfen
einander.
Nautiker helfen und
beachten einander. Eine helfende Hand z.b. beim Ablegen versteht
sich von selbst.
Auch nicht schlecht
zu wissen:
Es gibt Sonnencreme
mit Quallenschutz. Wobei mich in meiner Seglerzeit noch nie eine
Qualle erwischt hat, aber gut zu wissen dass es sowas gibt.
Folgendes sagt man,
ohne dass ich die medizinische Gewaehr dafuer uebernehmen will
;-)
Sollte man beim Schwimmen
von einer Qualle erwischt worden sein, die Haut nicht direkt mit
den Finger beruehren. Salzwasser oder Essig zum Abwaschen nutzen.
Quallenreste mit z.b. dem Personalausweis abschaben. Kuehlung
tut gut, kortisonhaltige Cremes (siehe Packliste)
koennen aufgetragen werden, wenn die Wunde nicht zu gross ist.
Seeigelstacheln werden mit einer Pinzette herrausgezogen. Im mediteranem
badet man die stellen danach in z.B. griechischem Olivenoel. Geht
natuerlich vom Prinzip her nicht nur in Griechenland. Danach unbedingt
desinfizieren.
Essen in den Tropen
Peal it, boil it or
forgett it. Cholera Impfung nutzt auch gegen einige Bakterien.
Wer sehr empfindlich ist sollte -kaum ein Skipper hat es dabei-
ein Desinfektionsmittel fuer die Wassertanks mitnehmen -nicht
nur in den Tropen. Wenn das alles nichts genutzt hat: Papaya gegen
Durchfall. Zimt essen desinfiziert zusaetzlich.
Seit Jahren habe ich
Kalzium gute erfahrungen gegen Sonnenallergien gemacht.
Wer bis hier hin gekommen
ist den erwartet hier in Zukunft noch viel viel mehr. Das hier
soll der Einstieg sein!
Der Spirit
des Segelns.
Zum Abschluss noch
etwas leichte Kost ;-)
Erklaerter Massen
bin ich als Realist und Skeptiker im Normalfall nicht anfaellig
fuer allzu Abstruses. Dennoch sollte nicht unerwaehnt bleiben
dass es auch noch eine beseelt romantische Ader vieler Nautiker
gibt. In Spruechen und kleinen Ticks manifestiert sich der Respekt
vor der See und eine gewisse Phantasie die es aber irgendwie zu
Tradition geschaft hat. Da niemand dadurch schaden und Traditionen
manchem einfach dazu gehoeren folgende kleinen Besonderheit die
man aber nicht mit Bierernst betrachten sollte:
1. An Bord pfeift
nur der Wind
Sei es aus blossem
Respekt vor der Natuergewalt der See oder dem Gedanken ein Gefahrenzeichen
nicht zu Missbrauchen, pfeifen an Bord geht gar nicht. Abgesehen
davon dass die meisten Menschen derart schraeg pfeiffen dass es
nur als Geraeuschemmission gewertet werden kann stelle man sich
eine Segelyacht mit 8 schraeg pfeifenden Crewmitgliedern vor.
Die Enge einer Segelyacht laesst es -selbst fuer Geuebte Schwimmer-
im Normalfall nicht zu einfach auszuweichen. ;-)
Es gibt keine Schiffskatastrophenfiln indem nicht kurz vor hereinbrechen
eines Unheiles nicht ein Seemann pfeifend ueber das Deck schlaendert.
Mindestens geht danach -in solchen Filmen- jemand ueber Bord wobei
das nicht denknotwendig derjenige ist der zuvor gepfiffen hat.
Im Normalfall bricht aber vom pfeiffen angelockt ein Sturm herein
der das Ganze Schiff in die Tiefe zieht.
Daher pfeift en Bord nur der Wind in den Wanten (siehe bild 1)
oder der Bootsman mit der -eigens dafuer vorgesehenen- Bootsmannspfeife.
2. Der erste Schluck
geht an Rasmus.
... womit nicht der
morgentliche Kaffee gemeint ist, sondern der erste Schluck "geistiger
Getraenke". Man verzeihe es also dem Skipper wenn er einen
kleinen Schluck Bier ins Wasser kippt es gilt dabei bei Rasmus
fuer gute Winde zu werben.
Einen Skipper der nichts abgibt wuerde ich persoenlich mit Argwohn
betrachten. Nicht jeder Schluck alkohol an Bord muss auch getrunken
sein Skipper und Crew sollten immer einsatzbereit sein wenn die
Segelyacht nicht im sicheren Hafen liegt oder einem "Hurican
Hole".
3. Der Klabautermann
Last not least waere
da noch der sagenumwogene Klabautermann, der alles an Bord mitbekommt,
dabei nicht petzt, aber auch leicht zu veraergern ist. Kratzen
am Mast und alleine das Nennen des Namens reichen um einen Sturm
heraufzubeschwoeren.
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